Let’s talk about investing: Interview mit Investor Frederik Tengg

Frederik Tengg ist erfolgreicher Unternehmer und selbst ehemaliger Gründer.

Gemeinsam mit Gateway Ventures hat Frederik Tengg in diverse Start-ups investiert und unterstützt Gründer:innen durch sein Wissen, Erfahrung und Netzwerk.  Wir haben mit Frederik über seine Tätigkeit als Investor und seine Sichtweise auf die weitere Entwicklung von Start-up Investments gesprochen.

Was ist Deine persönliche Motivation für die Arbeit mit Start-ups?

Als erfolgreicher Gründer eines Start-ups samt Merger und Exit, durfte ich die berühmte Achterbahnfahrt in vielen Facetten erleben. Ich freue mich, wenn ich heute Gründer:innen und innovative Ideen unterstützen und begleiten kann. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit unternehmerisch denkenden und inspirierenden Persönlichkeiten machen sehr viel Freude und bereichern enorm.


Was machen Start-up Investments für Dich besonders?

Start-ups sind eine sehr interessante Variante zur Diversifizierung der Kapitalanlage. Das Potenzial ist überdurchschnittlich groß, so aber auch das Risiko. Ich persönlich sehe Start-up Investments aber nicht als passives Investment, sondern möchte mich dort mit meinen Erfahrungen und meinem Verständnis, wie auch Netzwerk positiv einbringen und somit aktiv einen kleinen Teil zum Erfolg beitragen.


Wie würdest Du Deinen Mehrwert beschreiben, den Du Start-ups mitbringst?

Abgesehen von einer möglichen finanziellen Beteiligung, sehe ich meinen Mehrwert besonders in drei Bereichen. Erstens als konstruktiver Sparringpartner und kreativer Kopf in vielen Bereichen, sei es Strategie, Geschäftsmodell, Vertrieb, Produktmanagement, Planung etc. Zweitens als potenzieller Enabler mit einem breiten und in einigen Branchen tiefen Netzwerk. Drittens als Mentor für die
unternehmerische und emotionale Achterbahnfahrt.


Was sind die heißesten Tech-/Health-/Sustainability-Trends, die unser Leben in den nächsten Jahren verändern werden?

Data-Driven Business Models: Daten und Prozesse gepaart mit Artificial Intelligence sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren in nahezu allen Bereichen. Daten sind die Grundlage für Informationen, die wiederum Prozesse beeinflussen. Je früher sie vorhanden sind, desto besser lässt sich etwas steuern, optimieren, etc. Diese Zusammenhänge und Learnings sind die Nahrung für Artificial Intelligence.

Collaboration/Shared Economy ist der zweite große Trend, den ich sehe. Jeder
gegen jeden ist alles andere als nachhaltig, weder wirtschaftlich noch sozial, noch ökologisch.

Circular Economy/Sustainability in vollem Umfang. Hier geht es nicht nur um Ökologie, sondern um neue erfolgreiche Business Modelle mit entsprechendem positiven Einfluss auf finanziellen Erfolg, Menschen und Umwelt. Daten Drive Business Models und Collaboration/Shared Economy sind wichtige Treiber dafür.

Wo liegen die größten Chancen für Investor:innen innerhalb der nächsten 3 Jahre?

Das lässt sich meiner Meinung nicht pauschal beantworten. Wenn es rein um den kurzfristigen finanziellen ROI geht, an anderer Stelle, als wenn es auch um den positiven Impact geht. Es gibt nahezu in allen Branchen disruptive Ideen/Lösungen, die Umbrüche ganzer Industriezweige bewirken (werden). Je größer die Branche und höher die Adaptierungsgeschwindigkeit des Marktes, desto höher der ROI und der Impact. Gleichzeitig besteht bei Megatrends, die Grundbedürfnisse abdecken, immer die Gefahr von staatlich regulierenden Eingriffen.


Was müsste vonseiten der Politik geschehen, um Innovationen und Start-ups zu fördern?

Als Mitglied der gruppe1031, unterstützt von der österreichischen
Industriellenvereinigung, durfte ich mich kürzlich mit einigen Kolleg:innen mit genau
dieser Frage auseinandersetzen. Ich erlaube mir hier einen Auszug davon zu geben.

Hier gibt es zahlreiche Punkte, die dringend angegangen werden müssen, aber eine sehr unterschiedliche Dauer bis zu ihrer Wirkung haben.

  1. Innovationsfreundliche Wirtschaftspolitik über z.B. Finanzierungskredite, Aktivierbarkeit und beschleunigte Abschreibung bei entsprechenden Investitionen, Reformen in der Unternehmensbesteuerung
  2. Ausbau der Bildungsoffensive in Richtung digitaler Fähigkeiten, Design Thinking, unternehmerischem Denken, etc. gehören frühzeitig gelehrt.
  3. „Flächendeckender“ Breitbandausbau für mehr Chancengleichheit, Netzwerkfähigkeit und Wettbewerb.
  4. Fordern und fördern von Innovation-Labs oder Fab-Labs mit der Industrie.
  5. Digitale Weiterbildung der Erwerbstätigen durch gezielte Förderungen/Anreize für Unternehmen.
  6. Vorbildrolle des Staats. Der Staat braucht einen Apparat mit innovativen Experten, der eine Vorreiterrolle in innovativen Projekten übernimmt. So können weitere Experten aus der EU und dem Ausland angezogen werden.
  7. Regulatorische Vereinfachung:
    a. One-Stop-Shop für Start-ups (alles ums Thema Gründung etc.)
    b. Beseitigung der steuerlichen Diskriminierung von Risikokapital
    c. Start-up Visum für Gründer/Mitarbeiter aus dem Ausland
    d. Ausbau der Teilnahmemöglichkeiten von institutionellen Investoren
    (Pensionsfonds etc.) am Risikokapitalmarkt.

Was müsste vonseiten der Gesellschaft geschehen, um Innovationen und Start-ups zu fördern?

Wir müssen Mut und Vertrauen zu Innovation und Digitalisierung schaffen und Ängste vor Veränderungen nehmen. Bildung und Aufklärung, gestützt durch Imagekampagnen, sind hier essentiell. Wir müssen Innovationen feiern und eine positive Fehlerkultur erreichen.


In welchen Bereichen braucht das Thema Start-up-Investitionen mehr Aufklärung?

  1. Ein breites Bewusstsein, dass es überhaupt möglich ist.
  2. Vergleiche zu anderen Anlageformen und klare Abgrenzung von Chance und Risiko und den Themen Kapitalbindung und Rendite, etc.
  3. Es gibt zwischen Scheitern/Totalausfall und Unicorn sehr viele Start-ups, die einfach gesunde und nachhaltige Unternehmen werden oder auch einen interessanten Exit mit einem einstelligen Multiple schaffen.


Was sind die größten Fehler, die Start-up-Gründer:innen unbedingt vermeiden sollten?

Fehler zu machen ist wichtig, noch wichtiger daraus zu lernen und daran zu wachsen. Was Start-up Gründer unbedingt vermeiden sollten, ist zu glauben, keine Fehler machen zu dürfen. Start-up Gründer:innen sollten auch immer ihr WARUM kennen, sich regelmäßig hinterfragen und sich Marktveränderungen entsprechend anpassen. Gleichzeitig sind hohe Ansprüche an sich und sein Produkt/Service extrem wichtig, Perfektionismus kann aber ein gefährlicher Begleiter sein und sogar Entwicklung sowie Wachstum verhindern.


Wenn Du ein Start-up mit unbeschränkten Mitteln gründen könntest, welches Problem würde dieses Start-up lösen, was würde es herstellen?

Das ist eine gute und spannende Frage! Ich hätte einige Ideen im Data Bereich, um für mehr Transparenz, Aufklärung und Objektivität in diversen Gebieten zu sorgen. Davon würden viele Seiten profitieren, es kann Kollaboration unterstützen und gleichzeitig Wettbewerb beflügeln.


Gateway Ventures ermöglicht Zugang zu Start-up Investments auf Venture Capital-Niveau. Wir laden daher alle, die sich für Investitionen in zukunftsweisende Start-ups interessieren, dazu ein, sich auf unserer Plattform zu registrieren und tiefer in spannende Start-up-Deals einzutauchen.

Chiara Koller

Marketing Manager
Chiara ist Teil unseres Marketing-Teams und immer auf der Suche nach spannenden Industry News für unsere Community.

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